Friday, October 14, 2016

Bärte und Religionen

Bärte und ReligionenWir kennen es aus dem muslimischen und jüdischen Glauben. Aber hat auch das Christentum eine Regelung für den Bartwuchs des Mannes? Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie ich überhaupt auf dieses Thema kam. Jedenfalls interessiert es mich und ich habe recherchiert. Wie hängen Bärte und Religionen zusammen und spielt das heute noch eine Rolle? Eines haben jedenfalls alle Religionen gemeinsam. Der männliche Bartwuchs steht für den Patriachat. Das zumindest ist im Christentum nicht mehr so und das ist auch gut so. Zuerst habe ich mal geschaut, wie das Bart tragen in den jeweils heiligen Schriften festgehalten ist.

Der Bart im Judentum

Im Judentum ist das Bart tragen im Alten Testament erwähnt. Dazu lassen sich zwei Stellen finden, die von frommen Juden als Gebot verstanden werden.

  1. „Ihr sollt euer Haar am Haupt nicht rundherum abschneiden, noch euren Bart stutzen.“ (Levitikus 19,27) Dieses Gebot richtet sich an alle Israeliten.
  2. Das zweite Gebot richtet sich an die Priester: „Sie sollen auch keine Glatze scheren auf ihrem Haupt noch ihren Bart stutzen und an ihrem Leib kein Mal einschneiden“ (Levitikus 21, 5)

Du kennst bestimmt fromme Juden aus dem Fernsehen oder vielleicht aus deiner Stadt. Sie tragen bevorzugt Vollbärte und Schläfenlocken. Die Schläfenlocken entstanden aus dem Verbot die Haare unterhalb der Schläfen abschneiden zu lassen. Zu Locken gedreht sind die langen Haare an dieser Stelle einfach praktischer. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die Auslegungen des jüdischen Bartes sehr unterschiedlich sein können. Nicht jeder Rabbiner legt das biblische Verbot gleich aus. Der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Osnabrück ist der Meinung, dass der Bart im Judentum ein Brauch ist, aber kein religiöses Muss.

Der Bart im Islam

Der Bart im IslamIm Islam ist überliefert, dass der Bart des Propheten bis zu seinem Tod kaum ergraute. Gemäß Muslim Nr. 602 heißt es: „Kürzt eure Schnurrbärte und lasst eure Bärte wachsen“. Für strenggläubige Muslime gilt ein Verbot der Rasur, da eine Veränderung des Bartes eine Änderung der Schöpfung Allahs darstellt. Gemäß dem Glauben hat Allah den Bart erschaffen, um einen Unterschied zwischen Mann und Frau darzustellen. Fundamentalistische Muslime sind sich einig, dass es ein Befehl Muhammads ist, den Bart nicht zu rasieren. Andere Muslime wiederum erlauben den Schnauzer zu kürzen und den Bart nicht länger als eine Faustlänge zu tragen.

Der Bart im Christentum

Im Christentum gibt es keine eindeutige Aussage über den Bartwuchs des Mannes. Allerdings ist auch das Auslegungssache, denn einige Christen haben verschiedene Aussagen im Alten und Neuen Testament über den Bart des Mannes zusammengetragen. Auch hier beruft man sich auf die Schöpfungsordnung, die nicht so weit entfernt vom muslimischen Glauben ausgelegt wird. Der Bart des Mannes wird als Gottes Schöpfung angesehen und die darf laut einiger Bibelstellen nicht verändert werden.

Gleiches und Ungleiches in den Religionen

Insgesamt kann man zusammenfassend feststellen, an dieser Stelle leider nicht so ausführlich, dass sich die Religionen in ihren grundsätzlichen Aussagen über den Bart des Mannes ziemlich einig sind. In allen drei genannten Religionen ist der Bart des Mannes die Schöpfung Gottes und die sollte nicht verändert werden. Alle Religionen haben ebenfalls gemeinsam, dass heute im 21. Jahrhundert nur strenggläubige Menschen diese Regel befolgen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass es weit mehr strenggläubige Juden und Muslime gibt, als Christen, die ihren Bart nach der Empfehlung der Bibel tragen.

Sonst hat es sich allerorten durchgesetzt den Bart nach persönlichem Geschmack oder der Mode zu tragen.

Der Beitrag Bärte und Religionen erschien zuerst auf Die besten Bartwuchsmittel.

No comments:

Post a Comment